WooCommerce vs. Shopify 2026: Kosten und Entscheidungshilfe
Wir vergleichen Preise, Gebühren und Betreuungsaufwand von WooCommerce und Shopify mit Zahlen aus den Herstellerquellen und sagen, wann welches System passt.

WooCommerce passt, wenn du maximale Freiheit bei Funktionen, Daten und Hosting willst und technische Betreuung einplanst. Shopify passt, wenn du mit festem Abo, Standardprozessen und weniger Eigenbetrieb schnell starten möchtest. Welche Lösung günstiger ist, hängt von Umsatz, Zahlungsarten und Betreuungsaufwand ab, nicht vom Listenpreis. Hier findest du die aktuellen Preise und Gebühren aus den Herstellerquellen (Stand Oktober 2026) und eine Entscheidungshilfe.
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen WooCommerce und Shopify?
WooCommerce ist eine Open-Source-Commerce-Plattform für WordPress, bei der du Checkout, Daten und Kosten selbst kontrollierst und Zahlungsarten, Funktionen und Hosting frei wählst. Die Plattform kannst du kostenlos herunterladen (Quelle: WooCommerce). Shopify ist dagegen ein Abo-Dienst mit festen Tarifen, in dem du für Plattform und Zahlungsabwicklung monatlich bzw. pro Transaktion zahlst (Quelle: Shopify Preise).
Daraus folgt der wichtigste Praxisunterschied: Bei WooCommerce bist du verantwortlich für Hosting, Updates und Sicherheit. WooCommerce schreibt selbst, dass ein Shop „exakt so sicher ist wie die WordPress-Installation“ und dass du WordPress, WooCommerce und alle Plugins aktuell halten sollst (Quelle: WooCommerce Security). Diese Pflege kannst du intern leisten oder an eine WooCommerce-Agentur geben.
Was kostet Shopify in Deutschland aktuell?
Auf der deutschen Preisseite nennt Shopify vier Tarife: Basic für 27 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung (36 Euro monatlich), Grow für 79 Euro (105 Euro), Advanced für 289 Euro (384 Euro) und Plus ab 2.100 Euro pro Monat. Die Testphase dauert 3 Tage ohne Kreditkarte, danach kosten die meisten Tarife laut Seite 1 Euro pro Monat für die ersten drei Monate. Ob die Preise netto oder brutto sind, weist die Seite nicht aus, kläre das vor der Kalkulation (Quelle: Shopify Preise).
Welche Zahlungs- und Transaktionsgebühren fallen bei Shopify an?
Bei Shopify Payments zahlst du je Tarif eine prozentuale Gebühr plus 0,30 Euro für Standardkarten: 2,1 % bei Basic, 1,8 % bei Grow, 1,6 % bei Advanced und 1,3 % bei Plus. Karten außerhalb des Standards (Amex, internationale Karten) liegen höher, Klarna kostet in den drei Standardtarifen 2,99 % plus 0,35 Euro, Sofort 1,4 % plus 0,25 Euro. Nutzt du einen externen Zahlungsanbieter, kommt zusätzlich eine Transaktionsgebühr von 2 % (Basic), 1 % (Grow), 0,6 % (Advanced) bzw. 0,2 % (Plus) hinzu. Fraud-Analyse, lokalisierte Preise und lokale Zahlungsarten setzen laut Fußnote Shopify Payments voraus (Quelle: Shopify Preise).
Was kostet WooCommerce wirklich?
WooCommerce selbst kostet nichts, aber Hosting, Erweiterungen, Zahlungsgebühren und Pflege kosten Geld. Viele kostenpflichtige Erweiterungen laufen als Jahresabo. Auf der Produktseite stehen zum Beispiel WooCommerce Subscriptions mit 249 Euro pro Jahr, Bookings mit 223 Euro, Memberships mit 178 Euro, Table Rate Shipping mit 107 Euro und Product Add-Ons mit 71 Euro. Einige Erweiterungen sind kostenlos, darunter Mollie Payments und PayPal Payments (Quelle: WooCommerce Produkte). Hostingpreise nennt WooCommerce auf der Startseite nicht, sie hängen vom Anbieter ab.
Für Zahlungen bietet WooCommerce WooPayments an. Für Händler in Deutschland nennt WooCommerce für Karten eine Grundgebühr von 1,50 % plus 0,25 Euro pro Transaktion, zuzüglich 2 % bei Karten von außerhalb Europas und 2 % bei Währungsumrechnung. Eine Monatsgebühr für Online-Kartenzahlungen ist nicht aufgeführt. Auf die Gebühren fällt 19 % Umsatzsteuer an, außer bei Händlern mit gültiger USt-ID (Quelle: WooPayments Gebühren).
Technisch brauchst du aktuelle Umgebungen. Ab WooCommerce 10.8 verlangt die Dokumentation WordPress 6.9 oder neuer, PHP 8.3 oder neuer, MySQL 8.0 oder MariaDB 10.6 sowie HTTPS (Quelle: WooCommerce Server Requirements). Das beeinflusst die Hosting-Wahl.
Wie unterscheiden sich beide Systeme im Vergleich?
| Kriterium | WooCommerce | Shopify |
|---|---|---|
| Grundkosten Plattform | Kern kostenlos, Hosting und Erweiterungen extra | Abo: 27 bis 289 Euro pro Monat bei Jahreszahlung, Plus ab 2.100 Euro |
| Zahlungsgebühren (Karte, Beispiel) | WooPayments 1,50 % + 0,25 Euro (Europa-Karten) | Shopify Payments Basic 2,1 % + 0,30 Euro, sinkend bis 1,3 % + 0,30 Euro bei Plus |
| Gebühr bei Fremdanbieter für Zahlung | Je nach Zahlungsanbieter, Mollie und PayPal als kostenlose Erweiterung | Zusätzlich 2 % (Basic) bis 0,2 % (Plus) |
| Erweiterungen | Viele Erweiterungen als Jahresabo, etliche kostenlos | App Store mit laut Shopify mehr als 21.000 Apps |
| Betrieb und Sicherheit | Du bist für WordPress-, Plugin- und Hosting-Pflege verantwortlich | Abo-Dienst, Apps und Theme musst du trotzdem pflegen und prüfen |
| Anpassbarkeit | Sehr hoch, bis zu eigenem Code und eigenem Hosting | Innerhalb von Themes, Apps und Entwickler-Schnittstellen |
| Hosting | Frei wählbar, du bestimmst Anbieter und Paket | Teil des Abo-Dienstes von Shopify |
Die Aussagen zu Betrieb und Anpassbarkeit sind keine Zahlen, sondern eine fachliche Einordnung aus unserer Projektpraxis. Die Preise und Gebühren in der Tabelle stammen aus den verlinkten Herstellerseiten.
Wie rechnest du die Gesamtkosten über drei Jahre?
Rechne Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) immer mit deinen eigenen Zahlen und über mindestens drei Jahre. Eine Beispielrechnung zeigt, wie stark Zahlungsgebühren ins Gewicht fallen: Bei einer Kartenzahlung über 60 Euro ergibt sich bei Shopify Basic mit Standardkarte 2,1 % plus 0,30 Euro, also rund 1,56 Euro. Bei WooPayments mit Karte aus Europa sind es 1,50 % plus 0,25 Euro, also rund 1,15 Euro. Der Unterschied pro Zahlung ist klein, summiert sich aber mit der Zahl der Bestellungen. Die Beispielrechnung ist eine eigene Rechnung auf Basis der genannten Gebührensätze und ersetzt keine vollständige Kalkulation. Die Gebühren hängen von Kartentyp, Tarif und Zahlungsanbieter ab.
Für die Kalkulation brauchst du diese Positionen:
- Plattform: Shopify-Tarif pro Jahr oder WooCommerce-Hosting.
- Erweiterungen: Jahresabos für WooCommerce-Plugins bzw. Shopify-Apps.
- Zahlungen: erwartete Bestellzahl mal durchschnittlichem Warenkorb mal Gebührensatz, getrennt nach Zahlungsart (Karte, Klarna, PayPal).
- Einrichtung und Design: einmalig, bei beiden Systemen abhängig vom Umfang.
- Betrieb: Updates, Backups, Sicherheit, Support. Bei WooCommerce fällt das als Stunden an, bei Shopify für Apps und Theme.
- Migration und Ausstieg: Was kostet ein späterer Wechsel?
Die zugehörigen Stundenzahlen hängen vom Shop ab. Pauschale Werte wären erfunden, deshalb lassen wir sie bewusst offen.
Welche Zahlungsarten solltest du in der Kalkulation getrennt betrachten?
Rechne jede Zahlungsart einzeln, denn die Gebühren unterscheiden sich deutlich. Bei Shopify Payments kostet Klarna 2,99 % plus 0,35 Euro in den Tarifen Basic bis Advanced, während Standardkarten in Basic bei 2,1 % plus 0,30 Euro liegen. Persönliche Karten sind mit 1,5 % ohne Fixbetrag in Basic günstiger (Quelle: Shopify Preise). Bei WooCommerce hängt der Rest vom gewählten Anbieter ab, etwa Mollie oder PayPal als Erweiterung. Frage deshalb vorab nach, welche Zahlungsarten deine Kunden tatsächlich nutzen, und gewichte die Kosten danach. Zum Thema Ratenkauf findest du Hintergründe in unserem Beitrag zu Ratenkauf und BNPL im E-Commerce.
Welche Fehler passieren bei der Systemwahl am häufigsten?
Der häufigste Fehler ist, nur den Einstiegspreis zu vergleichen. Ein Shopify-Tarif ist leicht zu überblicken, bei WooCommerce verteilen sich die Kosten auf mehrere Positionen, und beides führt schnell zu schiefen Vergleichen. Ein zweiter Fehler: Funktionen, die du heute nicht brauchst, werden mit eingeplant, und das Projekt wird dadurch größer als nötig. Ein dritter: Der Betrieb nach dem Livegang wird nicht budgetiert. Bei WooCommerce heißt das Updates, Backups und Sicherheit, bei Shopify die Pflege von Apps und Theme.
Plane außerdem den Ausstieg mit ein. Ein späterer Wechsel des Systems kostet Zeit, besonders bei URLs, Produktdaten und Bestellhistorie. Sprich vor dem Start mit einer Agentur, die beide Systeme kennt, damit die Empfehlung nicht von einer einseitigen Vorliebe geprägt ist.
Wann ist WooCommerce die bessere Wahl?
WooCommerce lohnt sich, wenn dein Shop Sonderlogik braucht oder wenn WordPress bereits dein Content-System ist. Typisch sind komplexe Produktkonfiguratoren, individuelle Preisregeln, tiefe Anbindung an Warenwirtschaft oder ERP, enge Verzahnung mit Inhalten und SEO sowie der Wunsch, Hosting und Daten selbst zu steuern. Dafür brauchst du jemanden, der Updates und Sicherheit regelmäßig übernimmt. Mehr zu unserem Angebot findest du unter WooCommerce-Agentur.
Wann ist Shopify die bessere Wahl?
Shopify lohnt sich, wenn du schnell starten willst, ein überschaubares Sortiment hast und wenig Eigenbetrieb möchtest. Du bekommst feste Tarife, die Zahlungsabwicklung ist im System integriert, und viele Zusatzfunktionen kommen über Apps. Der Preis dafür sind laufende Gebühren und weniger Freiheit bei tiefen Eingriffen. Wer später mehr Technik braucht, kann auf Headless-Ansätze schauen. Unser Angebot dazu steht unter Shopify-Agentur.
Wie entscheidest du in der Praxis?
Beantworte diese Fragen ehrlich, bevor du Angebote vergleichst:
- Hast du intern oder bei einer Agentur jemanden, der WordPress, Plugins und Hosting laufend betreut?
- Brauchst du Funktionen, die kein Standard-Theme und keine App abdeckt?
- Wie hoch ist dein erwartetes Bestellvolumen, und welche Zahlungsarten nutzen deine Kunden?
- Ist dir ein fester monatlicher Betrag wichtiger als maximale Kontrolle?
- Wie wichtig ist die Verzahnung mit einer bestehenden WordPress-Website?
Weblabs baut Shops auf beiden Systemen und legt vor dem Auftrag einen Festpreis-Entwurf vor, damit du vergleichen kannst. Alles, was wir erstellen, gehört dir. Wenn du deine Zahlen mitbringst, rechnen wir die Gesamtkosten zusammen mit dir durch. Nimm dafür Kontakt auf, einen allgemeinen Überblick über Shops findest du unter E-Commerce.
Häufige Fragen
Was kostet Shopify in Deutschland?
Laut der deutschen Preisseite kostet Basic 27 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung (36 Euro monatlich), Grow 79 Euro (105 Euro), Advanced 289 Euro (384 Euro). Plus beginnt bei 2.100 Euro pro Monat. Ob die Preise netto oder brutto gelten, weist die Seite nicht aus.
Ist WooCommerce wirklich kostenlos?
Die Plattform kannst du kostenlos herunterladen. Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen (oft als Jahresabo), Zahlungsgebühren und die Pflege von WordPress und Plugins kosten trotzdem Geld. Bei WooCommerce bist du selbst für Updates und Sicherheit verantwortlich.
Welche Transaktionsgebühren hat Shopify?
Bei Shopify Payments zahlst du je Tarif für Standardkarten 2,1 % (Basic) bis 1,3 % (Plus) plus 0,30 Euro. Nutzt du einen externen Zahlungsanbieter, kommt eine Transaktionsgebühr von 2 % (Basic) bis 0,2 % (Plus) hinzu. Die Sätze stammen von der deutschen Preisseite.
Wie hoch sind die WooPayments-Gebühren in Deutschland?
WooCommerce nennt für deutsche Händler 1,50 % plus 0,25 Euro pro Kartenzahlung. Dazu kommen 2 % bei Karten von außerhalb Europas und 2 % bei Währungsumrechnung. Pro Streitfall (Dispute) fallen 15 Euro an, die bei gewonnenem Fall erstattet werden.
Welche technischen Voraussetzungen hat WooCommerce?
Ab WooCommerce 10.8 verlangt die Dokumentation WordPress 6.9 oder neuer, PHP 8.3 oder neuer, MySQL 8.0 oder MariaDB 10.6 und HTTPS. Ältere Konfigurationen laufen laut Dokumentation zwar teils noch, sind aber veraltet und können Sicherheitsrisiken bergen.
Welches System ist besser für kleine Unternehmen?
Das hängt von Betreuung und Anforderungen ab. Shopify bietet feste Tarife und einen schnellen Start, WooCommerce mehr Freiheit und Datenhoheit, verlangt aber laufende technische Pflege. Rechne die Gesamtkosten über drei Jahre mit deinen eigenen Bestell- und Zahlungszahlen.
Quellen
- Shopify Preise Deutschland Shopify, 2026-10
- WooCommerce – Open Source Commerce für WordPress WooCommerce, 2026
- WooCommerce Produkte und Erweiterungen WooCommerce, 2026
- WooPayments Fees WooCommerce, 2026
- Server Requirements WooCommerce, 2026
- WooCommerce Security WooCommerce, 2026
Stand: Oktober 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Rechtsberatung.




